New York


Premiere in New York, Gershwin Theatre: 15.März 1987

Produzent: The Really Useful Company (Andrew Lloyd Webber, Brian Brolly)

Auszeichnung: 1 Antoinette Perry Award (Tony) - 1987 für die besten Kostüme (John Napier)




Info's zu Starlight am Broadway

Zuerst hatte man vor, das Musical als eine Tournee-Arena-Show zu zeigen. Doch dann zog man den Broadway in New York vor und Starlight nahm somit einen Umweg dorthin. Die Kosten der Produktion betrugen 8 Millionen Dollar, davon alleine 2½ Millionen $ für die Bühnenausstattung, die damit die Teuerste war, die der Broadway je erlebt hatte.

An dieser Stelle etwas aus einer Andrew Lloyd Webber - Biographie:
"Starlight Express in Amerika war noch miserablerer, als es in England war. Diese Show basierte ganz absichtlich auf derselben unausgesprochenen Grundbedingungen wie Disneyland. Das heißt: Hier ist mein Geld, jetzt schlag mir ein Erlebnis um die Ohren!"

In New York wurde das Bühnenbild 'amerikanisiert' und mit Städtenamen wie "Kalamazoo" und "Cincinnati" beladen, als ob diese Show durch und durch US-amerikanisch war. Man konnte das Theater nicht so auseinandernehmen wie das Apollo Victoria. So fehlten die großen Rollschuhbahnen quer durch den Zuschauerraum. Für die Broadwayfassung ließ Trevor Nunn den Starlight Express durch die 50 US-Staaten fahren. Man hoffte wohl, den Nationalismus des Publikums für die Kasse aktivieren zu können...

Die Songs "The Rap" und "C.B." wurden ersetzt durch "Silver Dollar" und "Wide Smile Hight Style That's me". Den Song und die Bedeutung des "Silver Dollar" finde ich sehr interessant. Der Song war der erste des 2ten Aktes und ähnelt dem Tempo des Raps.  Eine riesige silberne Dollarmünze hing an der Decke, die jeder gerne besitzen würde. Jedoch vor dem 4. Rennen ist die Münze, nach einer Lichtstörung auf einmal weg. Am Ende von "One Rock 'n' Roll to many" taucht sie aber wieder auf und fällt auf Caboose. Alles zeigt auf ihn und er wird als Verräter entlarvt.
Zu "Wild Smile ..." kann ich sagen, dass es qualitativ viel besser und temporeicher ist, aber dem alten Song sehr ähnelt.

Webber und Phil Ramone haben die Partitur überarbeitet & verschlimmbessert: In Stücke gehackt, neu orchestriert und allgemein durch den Fleischwolf gedreht. Gespielt von einem unsichtbaren Orchester, soll die Musik schrecklich geklungen haben.
Aber Webber schob alle Schuld auf Trevor Nunn: Schließlich war ja alles seine Idee...

Die amerikanischen Kritiker fielen über Starlight wie Banditen über einen Geldtransportzug:
"Die Show hat eine fesselnde Aufmachung und eine Menge Sound. Doch wenn Sie sich von dem Besuch von Starlight Express einen zufriedenstellenden Abend erwarten, werden Sie schnell enttäuscht werden. Alle Versuche, eine Story zu erzählen und Gefühlstiefen beziehungsweise Oberflächlichkeiten auszuloten, wirken nur mitleiderregend. Der einzige Grund , sich Starlight Express anzusehen, liegt in den Rollschuhlauf- und visuellen Effekten, die, wenn sie mit der Zeit auch monoton wirken, durchaus spektakulär sind."

Nach nur 761 Vorstellung machte Starlight Express am Broadway die Türen zu. Nicht die mangelnde Nachfrage war ein Grund für die Schließung. Stärker als in der Londoner Version enthielt diese Produktion rassistische wie frauenfeindliche Elemente. Bestimmte zweideutige Texte waren keineswegs Zufall. Man hat es bewusst so gemacht.
Außerdem wurden sämtliche Loks von Männern gespielt, was die Emanzipation völlig ignorierte. Dazu war Electra auch noch bisexuell und farbig. Damals war das den Kritikern wohl ein Dorn im Auge...

Castliste von der New Yorker Produktion